sinn-haft nr 10
für. wahr. nehmung.



ESA ÖHLER und ELSE RIEGER

Reinschaun
Anschauungsstunde in Anatomie

Ärzte werfen mit Hilfe ihrer Techniken, das sind heutzutage modernste Technologien, im Dienste der Gesundheit eindringliche Blicke in den Körper. Der medizinische Blick ist oft als sehr mächtig bezeichnet worden, insofern er Bilder und Vorstellungen vom menschlichen Körper beeinflusst, wenn nicht gar kreiert. Wir wollten jedoch wissen, wie ein Arzt selbst seinen täglichen Umgang mit Menschen, Körpern, Bildern erfährt und reflektiert. Wir haben mit Dr. Martin Uffmann, Oberarzt an der Universitätsklinik für Radiodiagnostik am AKH Wien gesprochen.




s-h: Herr Dr. Uffmann, Sie sind Radiologe am AKH Wien. Wie sind Sie eigentlich zur Radiologie gekommen?
Uffmann: Ich bin auf Umwegen zur Radiologie gekommen. Ich hab mich ursprünglich für Innere Medizin interessiert und es war eine Stellenschwierigkeit und Fügung, dass ich meine erste Stelle in der Radiologie angetreten habe. Damals noch mit dem Gedanken, später zu wechseln, aber ich bin dann halt dabei geblieben. Und ich habe es nicht bereut.


s-h: Was sind Ihre täglichen Arbeitsabläufe?
Uffmann: Also einmal gibt es rein radiologische Tätigkeiten, zur Bewältigung der klinischen alltäglichen Routine; wir sind ein Team von Leuten, die wechselnd an verschiedenen Plätzen eingeteilt sind. Das heißt, es gibt einen Arbeitsplatz bei der Befundung von Lungen und Herz, dann gibt's den Arbeitsplatz für Knochenbilder. Es gibt Arbeitsplätze für Ultraschalluntersuchungen, für Computertomographien und für MR-Tomographien. Für gastroonkologische Untersuchungen. Das sind ja unsere Hauptschwerpunkte. Da wir eine Uniklinik sind, entfällt außerdem ein Großteil der Arbeit auf Ausbildung, Verwaltung und wissenschaftliches Arbeiten.


s-h: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen CT und Magnetresonanz?
Uffmann: Gute Frage. (Lachen)
Uffmann: Es sind zwei Untersuchungen, die von außen, für den Patienten, erst mal relativ ähnlich sind. Das wird so assoziiert mit einer Röhre, in der man dann verschwindet. Bei der Computertomographie ist die Röhre mehr oder weniger nur ein Ring, so ein kurzer Tunnelabschnitt; bei der MR - Tomographie ist es bis auf einige wenige Geräte, wirklich eine Röhre, in der man sich's bequem machen muss.
Der fundamentale Unterschied dabei ist, dass bei der Computertomographie Röntgenstrahlen angewendet und durch deren Abschwächung Querschnitte des menschlichen Körpers erzeugt werden. Der Computer setzt aus diesen vielen Schwächungswerten dann ein Bild zusammen. MR oder Magnetresonanztomographie kommt ohne Röntgenstrahlen aus. Man arbeitet dort mit einem sehr starken und zusätzlichen magnetischen Feldern; sozusagen aus den Signalen beim Zurückkippen in das normale Feld kann man dann Bilder berechnen.
Das ist ein völlig anderes Verfahren; es gibt Stärken und Schwächen für jedes Gebiet. Häufiger kommt die Computertomographie zum Einsatz, auch deshalb, weil sie preisgünstiger ist, bei gezielten Fragestellungen hat die MR-Tomographie große Vorteile. Der größte Vorteil ist, dass sie ohne Strahlung auskommt. Für Schwangere, oder für Kinder ist das sehr wichtig. Und es gibt einen erheblich besseren Weichteilkontrast, zum Beispiel bei Untersuchungen des Gehirns.


s-h: Wie werden diese beiden Verfahren konkret angewandt? Gibt es Beispiele, wo man sagen kann, da wird das immer so oder so gemacht?
Uffmann: Es gibt so was wie eine Stufendiagnostik in der Radiologie. Man fängt an mit den normalen Röntgenaufnahmen oder mit einer Ultraschalluntersuchung; wenn dort Fragen offen sind, geht man über zum nächsten Verfahren. Das wäre die Computertomographie. Es gibt Krankheitsbilder, wo man von vornherein die Computertomographie oder die MR - Tomographie macht. Es gibt zum Beispiel sehr viele Nachfolgeuntersuchungen bei Krebspatienten, bei denen man wissen will, hat sich die Krankheit zurückgebildet oder ist ein neuer Herd da. Da macht man dann in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen, meistens Computertomographien.


s-h: Also wenn man genau weiß, dass man mit der anderen Methode nichts sehen wird, dann folgt die nächste Stufe.
Uffmann: Ja.


s-h: Wie geht so eine Untersuchung vor sich, wenn wir jetzt mal bei der Computertomographie bleiben?
Uffmann: Gut. Bei der Computertomographie wird der Patient zunächst mal begrüßt, nach einer hoffentlich nicht allzu langen Wartezeit. Er bekommt ein kleines Blättchen, auf dem der Gang der Untersuchung beschrieben und auf eine mögliche Kontrastmittelinjektion hingewiesen wird. Die meisten Untersuchungen werden mit Kontrastmittel durchgeführt, das als Trinklösung, aber auch als Injektion in die Vene verabreicht wird. Da gibt es in ganz seltenen Fällen Unverträglichkeitsreaktionen. Man versucht, so etwas im Vorfeld zu erkennen, indem man den Patienten fragt, ob er schon eine bekannte Allergie, insbesondere eine Unverträglichkeit von Jod hat. Das wird im Vorfeld abgeklärt. Es dient natürlich auch der rechtlichen Absicherung, dass man mit dem Patienten vorher darüber spricht und das auch dokumentiert.
Dann wird der Patient in die Umkleidekabine geleitet. Dort werden alle metallischen Gegenstände entfernt. Das ist ganz besonders wichtig bei der Magnetresonanztomographie


s-h: Plomben?
Uffmann: lacht Plomben nicht. Dann wird er auf dem Untersuchungstisch gelagert. Wenn eine Kontrastmittelinjektion erforderlich ist, wird ein Zugang gelegt. Dann wird erstmals ein Vorscan gemacht und die Untersuchung geplant, je nachdem welche Fragestellung besteht. Dann wird das Kontrastmittel angeschlossen, das wird über eine Pumpe gegeben zeitlich gekoppelt mit der Untersuchung. Dann wird die eigentliche Untersuchung durchgeführt. Bei modernen Untersuchungen ist das eine Sache von wenigen Minuten. Insgesamt dauert die Untersuchung vielleicht eine Viertelstunde bis maximal eine halbe Stunde. Anschließend wird der Zugang wieder entfernt, und dann ist die Untersuchung vorbei.


s-h: Sie sind da ja nicht im Raum wegen der Strahlen...
Uffmann: In Einzelfällen sind wir im Raum: wenn das Kontrastmittel gespritzt wird, also noch bevor die Röntgenröhre startet, schauen wir, dass das Mittel gut vertragen wird; dann gehen wir immer raus. Aber in Sonderfällen, zum Beispiel, wenn Kinder untersucht werden, dann sind wir eigentlich die gesamte Zeit im Raum. Da gibt es Bleischürzen zum Schutz.


s-h: Sie kriegen dann als Ergebnis einen Haufen Daten?
Uffmann: Zum Glück bekommen wir nicht nur Daten, sondern Bilder. Der Computer berechnet diese Bilder. Das dauert eine gewisse Zeit. Bei modernen Geräten geht das quasi online, da sind diese Bilder mit kurzer Verzögerung schon zu sehen, wenn die Untersuchung läuft. Hinterher werden die Bilder natürlich ausgewertet. Bisher so, dass die Bilder alle einzeln abfotografiert werden. Mit ganz vielen kleinen Bildplatten werden Bildchen nebeneinander auf einem Film gespeichert. Dann werden mehrere Filme nebeneinander aufgehängt und nacheinander ausgewertet. Zunehmend geht das Ganze filmlos. Das heißt, die Bilder werden auf eine so genannte Workstation gespielt und wir können dann wie in einem Kinofilm vor und zurückrollen, uns sozusagen einen Film anschauen. Oben, unten, den Körper so durchwandern. Und versuchen, dann was zu finden, was normal ist oder was nicht normal ist.


s-h: Wie sieht man das, was normal ist?
Uffmann: Ja... ich würde mal sagen, fünf bis sechs Jahre Studium, und fünf bis sechs Jahre Facharztausbildung.
(Lachen)


s-h: Also sehen lernen...
Uffmann: Sehen lernen, genau. Die Perzeption ist ganz wichtig dabei, aber auch die Erfahrung. Dass man ein klinisches Bild hat von einer Erkrankung, dass man einzuordnen versteht. Dass man die Angaben, die der zuweisende klinische Arzt gemacht hat, zu deuten versteht, dass man im richtigen Moment überlegt, da fehlt mir noch was, da muss ich nachfragen. Eine Untersuchung ist manchmal nicht aussagekräftig alleine, man braucht sozusagen einen Komplementäreffekt durch andere Untersuchungen; Computertomographie und MRT sind zum Beispiel in vieler Hinsicht komplementär. Es ist sinnvoll, dann beides zu machen und das zu vergleichen.


s-h: Es ist für Laien ja nicht so einfach etwas zu sehen, wenn man diese Bilder sieht.
Uffmann: In der Tat. Beim Ultraschall ist das noch krasser, weil der auch untersucherabhängig ist. Bei den anderen beiden Methoden hat man die Bilder. Da kann jeder nachvollziehen, wie sie entstanden sind. Beim Ultraschall ist das Ganze abhängig von der eigenen Erfahrung, weil ich den Schallkopf in einem ganz bestimmten Winkel anbringe, ein ganz bestimmtes inneres Bild mache, von dem, was ich sehe und das beschreibe. Das kann man zwar dokumentieren aber das kann nicht jeder bildlich so nachvollziehen, wie es bei der Computertomographie der Fall ist. Da fragen die Patienten oft, wie können Sie da irgendwas draus erkennen. Und das ist auch wirklich schwierig; jemand der sehr viel Erfahrung hat, der sieht wesentlich mehr als jemand, der gerade erst beginnt.


s-h: Versuchen Sie, den Patienten zu zeigen, was sie selbst sehen?
Uffmann: Schon. Bei diesen technisierten Verfahren ist es oftmals so, dass man nur ein erstes Bild bekommt am Bildschirm. Dann muss man den Patienten vertrösten und sagen, das kann ich noch nicht sagen, das muss ich mit Voraufnahmen vergleichen. Aber bei Ultraschall zum Beispiel ist es durchaus möglich, weil man einen sehr engen Kontakt hat zu dem Patienten, ihn mit dem Ultraschallkopf berührt und ihn auch so untersuchen, ihn befragen und den Bauch abtasten kann, sich also sehr schnell ein eigenes Bild machen kann.


s-h: Sie haben jetzt etwas ganz interessantes angesprochen: das mit dem Fühlen und das mit dem Sehen. Wenn man über diese Techniken nachdenkt, scheint eine totale Distanz zu bestehen, es geht eigentlich nur um das Auge...
Uffmann: Ja, ja. Der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt ist schwierig in diesem Betrieb unterzubringen. Der ist oftmals sehr kurz. Das ist schon ein bisschen systemimmanent, weil wir als Radiologen uns auf unsere Verfahren fokussieren müssen, unsere Befundlast am Tag bewältigen müssen. Wenn sich der Kontakt ergibt, dann ist es sicherlich sehr schön, sehr wertvoll. Das wird auch von den meisten meiner Kollegen genutzt; aber letztlich, wenn man so eine Maschine hat, mit slots, mit festen Untersuchungszeiten, dann bleibt das zum Teil auf der Strecke. Insofern ist mir zum Beispiel die Ultraschalluntersuchung eine sehr liebe, weil ich dort mit den Patienten den meisten Kontakt habe.
Und ansonsten stimmt es: Es geht sehr viel über das Sehen. Man sieht den Patienten indirekt, man sieht in seinen Körper hinein über die Bilder, die man von ihm macht. Und man sieht ihn von außen - aber halt nur so nebenbei. Man sieht ihn kurz beim Beginn der Untersuchung oder kurz, wenn man ihn verabschiedet. Als Radiologe fokussiert man sich auf seine Bilder, auf das was man mit seinen Untersuchungsmethoden sieht.


s-h: Das ist spannend. Das Hineinsehen.
Uffmann: Ja. So ist es. (Lachen)


s-h: Das Innere nach außen kehren.
Uffmann: So ist es auch. Die zunehmend weiterentwickelten Geräte - das ist eine ganz interessante Perspektive im wahrsten Sinn des Wortes. Man spricht bei diesen Untersuchungen, Ultraschall, CT, MRT von Querschnittsuntersuchungen, Querschnittsverfahren. Weil man sozusagen den Patienten in Scheiben einteilt, scheibenförmige Bilder macht. Man macht bei der Untersuchung im Grunde genommen das, was das Wort "Anatomie" macht: auseinanderschneiden. Man hat dort Einblick in die Querschnittsanatomie. Mit den neueren Verfahren, vor allem mit dieser Multi - CT - Untersuchung kann man aus diesen dünnen Querschnittsschichten auch ganz andere Bilder erzeugen, die in einem Schnitt des Patienten von oben nach unten gehen; oder von vorne nach hinten. Das gibt ganz neue Einblicke und die sind wesentlich intuitiver und viel leichter zu verstehen.
Außerdem ist es möglich, wirkliche räumlich-dreidimensionale Rekonstruktionen anzufertigen. Man sieht dann kleine Gefäße nicht nur als kleine Scheibchen, sondern wirklich als ein Rohr, das durch den Körper verläuft. Das wird, glaub ich, eine immer größere Rolle spielen. Wir werden nicht mehr unsere vielen Scheibchenbilder demonstrieren bei den klinischen Untersuchungen, sondern zunehmend solche eher ganzheitlichen Bilder.


s-h: Man muss den Patienten zerstückeln, damit man zu einem ganzen Bild kommt?
Uffmann: In der Tat. So funktioniert es.


s-h: Ein wie gutes Bild bekommt man eigentlich vom Körper?
Uffmann: Ich würde sagen: ein immer besseres Bild. (Lachen.)
Es ist vielleicht ganz interessant, zurückzugehen: Welche Bilder standen den Ärzten zu verschiedenen Zeiten zur Verfügung? Das waren lange Zeit nur die klinischen Bilder. Gerade die Wiener medizinische Schule hat ja sehr viel Wert gelegt auf die Untersuchung des Patienten, auf die vielen kleinen Zeichen. Angefangen von der Temperatur bis zur Hautfarbe, zum Puls mit verschiedensten Qualitäten, zum Harn mit verschiedensten Farben. Man hat sehr viel da hinein gelegt und das auch anzuwenden gewusst. Das hat sich gewandelt, das hat jetzt weniger Bedeutung. Dafür haben die Bilder mehr Bedeutung bekommen, die - seit Wilhelm Konrad Röntgen - erstmals einen Einblick in den Körper ermöglicht haben. Das war wirklich sensationell, das ist eingeschlagen wie eine Bombe.


s-h: Aha.
Uffmann: Das hat sich enorm verbreitet, das war ein ganz entscheidender Vorteil für die Ärzte. Für die Unfallheilkunde und für die Untersuchungen, die sich dann daraus abgeleitet haben: zum Beispiel mit Kontrastmitteln den Magen-Darmtrakt darzustellen. Dann hat die Entdeckung der Ultraschalluntersuchungen eine große Rolle gespielt, insbesondere an den Stellen, wo man keine Strahlen anwenden darf, speziell in der Schwangerschaft. Dann kam in den 70er Jahren die Entwicklung zur Computertomographie, das war wiederum ein ganz revolutionärer Schritt. Röntgenaufnahmen konnten den ganzen dreidimensionalen Menschen immer nur auf einer ganz dünnen Platte, auf einer Ebene abbilden; das hat man durchbrochen, indem man eben räumliche, zweidimensionale Bilder anfertigen konnte. Außerdem waren die Weichteilkontraste sehr viel besser mit dieser neuen Methode. Dann, etwas später, kamen die ersten Geräte auf mit der Magnetresonanz, die ebenfalls sensationell waren und unglaublich viel bewegt haben. Da wurden ganze Forschungszweige und ganze klinische Anwendungen geschaffen.
Es war möglich mit diesen Untersuchungen Gefäßaufnahmen zu machen, ohne jedoch in das Gefäß hinein zu gehen, ohne dem Patienten eine Verletzung zuzufügen. Im Grunde genommen sind Magnetresonanz und Computertomographie immer dabei, sich gegenseitig immer weiter nach vorne zu puschen. Mal ist die eine Technik weiterentwickelt, dann bekommt die andere wieder einen Vorsprung und so haben sich die beiden eigentlich gegenseitig befruchtet und beflügelt. Ja, dieser Wettstreit dauert an und ist sehr fruchtbar. Die Bilder werden wirklich immer besser. Und die dreidimensionale Darstellung erleichtert vieles und macht die Bilder sehr viel faszinierender. Auch für Nicht-Mediziner, auch für die Patienten.


s-h: Es gab ja schon vor den Röntgenbildern Bilder vom Inneren, Bilder, die man durch Sezieren gewonnen hat. Sehen Sie da eine Verbindung zu dem, was Sie machen?
Uffmann: Wenn man moderne Bilder anschaut von der Magnetresonanztomographie ist es mit gewissen Einschränkungen in der Tat so, als hätte man den Menschen aufgeschnitten mit der Einschränkung, dass es - noch - schwarz-weiß ist. Man kann quasi Bilder aus dem Seziersaal vom Gott sei Dank lebenden Menschen anfertigen, ohne dass er weitere Schäden erleidet. Das hat übrigens auch gewisse Auswirkungen auf die Ausbildung: An den österreichischen Medizinfakultäten ist ein neues Medizincurriculum in Arbeit, das in den nächsten Jahren schrittweise eingeführt wird. Dieser klassische Sezierkurs, der erforderlich war für jeden Studenten und einen gewissen Schrecken und eine gewisse Barriere dargestellt hat, den wird es in diesem Curriculum nicht mehr in der Form geben. Auch mit der Begründung, dass das nicht mehr nötig ist, wegen der sehr detailgetreuen und geradezu anatomischen Bilder, die man am Lebenden herzustellen im Stande ist.


s-h: Ist das dann freiwillig oder fällt es ganz weg?
Uffmann: Das ganze Studium hat sich geändert und man macht nicht mehr Anatomie und Innere Medizin und Chirurgie semesterweise, sondern es gibt zum Beispiel das Thema "Niere". Da wird die Niere anatomisch angeschaut, also mit diesen Bildern. Möglicherweise werden aber auch Präparate in der Anatomie demonstriert, dann wird die internistische Seite der Niere erklärt, dann Physiologie und letztlich Nierenerkrankungen in Nephrologie und Urologie oder Chirurgie. Es wird versucht, das alles mehr organbezogen in einem abzuhandeln, anstatt Blöcke zu machen, wobei einem hinterher die Berührungspunkte verloren gegangen sind. Das ist sehr interessant, ich glaube, das ist auch sehr gut. Das ist auch für das ganzheitliche Denken sehr förderlich. Man nimmt nicht mehr in den ersten Semestern den ganzen Menschen auseinander, belässt ihn so und versucht dann im Laufe des späteren Studiums ihn wieder zusammenzufügen. Der Mensch bleibt ganz und wird nur von verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Ich finde, das ist ein ganz guter Ansatz.





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