sinn-haft nr 10
für. wahr. nehmung.



Vermischtes zum Volkszählen (II)

Aus der Rede Willy Heidingers (Gründer der DEHOMAG - Deutsche Hollerith Maschinen AG), anlässlich der Eröffnung der ersten Produktionsstätte für Lochkarten-Maschinen in Berlin/Lichterfelde am 8.1. 1934:
"Der Arzt untersucht den Körper des Menschen, stellt fest, ob seine Organe (...) gesund miteinander arbeiten im Interesse des Ganzen. (...) Wir hier sezieren den deutschen Volkskörper weitergehender wie der Arzt bis auf die einzelnen Körperzellen zurück. Wir legen die individuellen Eigenschaften jedes einzelnen Volksgenossen auf einem Kärtchen fest. Diese Kärtchen sind nicht tot, beweisen vielmehr später ein unheimliches Leben, wenn sie in einer Geschwindigkeit von etwa 25 000 Karten die Stunde in unserer Sortiermaschine nach bestimmten Gesichtspunkten gewissermaßen zu Organen unseres Volkskörpers gruppiert und die diesbezüglichen Werte in unserer Tabelliermaschine errechnet und festgelegt werden. (...) Wir sind stolz, an einer derartigen Arbeit mitwirken zu dürfen, an einer Arbeit, die dem Arzte unseres deutschen Volksköpers das Material für seine Untersuchung bietet, damit unser Arzt feststellen kann, ob die auf diese Weise errechneten Werte vom Standpunkt der Volksgesundheit aus gesehen in einem harmonischen, d.h. gesunden Verhältnis zueinander stehen, oder ob durch Eingriffe krankhafte Verhältnisse heilend korrigiert werden müssen. (...) [Dem Volk seien Eigenschaften gegeben] die tief in unserer Rasse verwurzelt sind und die wir deshalb als ein Heiligtum behandeln und mit allen Mitteln rein halten wollten und müssen. Wir haben das feste Vertrauen in unseren Arzt, dass dieser unser Volk einer großen Zukunft entgegenführen wir. Heil unserem deutschen Volke und seinem Führer." [Denkschrift zur Einweihung der neuen Arbeitsstätte der Deutschen Hollerith Maschinen Gesellschaft mbH in Berlin-Lichterfelde am 8. Januar 1934, S. 39f.]
Statistikprofessor Zahn schwärmt ebenfalls von einer "Gesamtkartei der Bevölkerung":
"Das nunmehr klare Bild vom Umfang der Erbbelastung der Bevölkerung (...) gibt der Wissenschaft neuen Forschungsauftrieb zur Förderung der guten, zur Verhinderung der schlechten Erbmasse."
"Die Bevölkerungspolitik muss daher nach den Grundsätzen der Rassenhygiene auf Förderung der wertvollen Erbwerte, auf Verhinderung der Fortpflanzung minderwertigen Lebens, der erbgesundheitlichen Entartung, bedacht sein, m. a. W. eine Hochwertigenauslese einerseits, eine Ausmerze erbbiologisch unerwünschter Volksteile andererseits zielbewusst betreiben. Zur Durchführung dieser Aufgabe ist eine volksbiologische Diagnose unerlässlich." [Friedrich Zahn, Fortbildung der deutschen Bevölkerungsstatistik durch erbbiologische Bestandsaufnahmen, Allgemeines Statistisches Archiv 27 (1937/38), S. 194 f. bzw. S. 181.]


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