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Wenn der Song Contest naht hört
Polemos sich nur zu gerne zustimmen, liest er, unsere Gesellschaften
kennzeichne ein "genereller Konformismus". Natürlich
stellt sich sofort Wachsamkeit gegen den kulturkritischen Affekt ein:
Kann das sein, im Zeitalter kritischer Vernunft? - Vielleicht ist es
opportun, zunächst bloß - kritisch - zu beobachten; es
könnte ja sein.
Immerhin kann man mit Baudrillard das Hyperreale
per definitionem für konformistisch nehmen, nicht, weil alle
gleich denken würden, sondern weil Differenz (warum nicht auch
der Meinungen) ständig vom "System" reproduziert und
eingesetzt wird. Wie auch immer: Gibt es ihn, dann realisiert sich
Konformitätsdruck heute auf höherer Ebene, nicht als
Gleichschaltung, sondern via Themen- und Diskussionsverweigerung,
also Zutrittskontrolle zum System, was in einer Mediengesellschaft
nicht weiter verwundert. Das fällt kaum auf. - Und, könnte
man weiter fragen, was soll daran so schlimm sein; Konformismus macht
schließlich friedlich?! Mag sein, aber er macht auch dumm, oder
besser: blind. Blindheit ist gefährlich, wenn man davon ausgeht,
dass unser Dasein als Menschen immer prekär, ausgesetzt ist,
dass es "game over" heißen kann, wenn man zuviel
übersieht ... - Manchmal scheint es, die "westliche
Zivilisation" glaube aber, nichts könne schiefgehen,
gerade als gebe es "da oben" oder "da drinnen"
jemanden, der aufpaßt, der sich alles überlegt hat, der
das happy end garantiert, - sodass Konformismus (nichts neues in der
Neuzeit) geradezu erste Bürgerpflicht wird ...
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